Vor 30 Jahren:

Rückgabe des "Uluru" an die Ureinwohner 

 

Die Legende von der Rache des Uluru.

Wenn sich ein riesengroßer Berg bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in fantastischen Farben präsentiert, bei Tageslicht aber wenig spektakulär aussieht, sondern nur groß, eintönig und kahl … tja, dann kann die zeitweise auftretende Farbenpracht – bei Sonnenuntergang in Gänze hellrot – fürwahr nicht weltlichen Ursprungs sein. Hier müssen die Götter mit im Spiel sein und so erlangte der Berg Uluru, der sich in der zentralaustralischen Wüste mit gut 350 Metern Höhe bei etwa 3.000 Metern Länge deutlich von seinem Umland abhebt, spirituellen Ruhm.  

Für die lokalen Aborigines, den Anangu, gilt er als ihre heiligste Stätte.  

Ein solches Naturphänomen inspirierte nicht nur Naturvölker. Nein, auch der heutige Mensch, ob als Wanderer, an Kultur der Aborigines interessiert (Felszeichnungen) oder als Kletterer (für diese durchaus mit tödlichen Gefahren), wird vom Uluru angezogen – und dies drückt sich durch hohe Touristenzahlen aus.  

 

Der "Uluru" (Foto: privat)


Der Legende nach bündeln sich hier eine Vielzahl an magischen Ahnenpfaden, weshalb er als Ort der Kraft gilt. Der Name „Uluru“ ist übersetzt doch recht banal – er lautet schlicht und einfach „Frei liegender Felsen“ oder „schattiger Platz“. Nach Überzeugung der Aborigines bleiben überall da, wo ihre Vorfahren lebten und Neues erschufen, ihre Energien im Boden des Umfeldes. Um diese Energien zu schützen wurden bestimmte Plätze zu heiligen Stätten erklärt, bewacht und nur Auserwählte hatten das Recht, diese zu betreten. Nichtauserwählte mussten also ferngehalten werden. Und wie macht man das? Am besten durch Verbreitung von Furcht. Wir kennen „den Fluch des Pharao“. Ähnlich ist es hier; denn nicht nur das Besteigen durch nicht Autorisierte, sondern auch die Mitnahme von kleinen Steinen oder Sand entweiht den Berg.  

Und hier setzt die Legende des Uluru ein: die entwendeten Steine und Sand sollen Unglück bringen. Noch heute wird das geglaubt. Warum denn immer noch Touristen sich nicht zurück halten können und von hier Steine oder Sand mitgehen lassen – wer weiß? Die Reue folgt häufig auf die Tat und deren vermeindliche Wirkung. So sollen täglich bei den Rangern des Nationalparks Päckchen und Briefe eingehen, mit denen reuevolle Absender voller Angst darum bitten, die beiliegenden „Souvenirs“ an ihren ursprünglichen Platz zurückzulegen. Kaum sei dies geschehen, soll das Unglück tatsächlich von den Steindieben ablassen. In zahlreichen Dankesbriefen wird dies beteuert.

Eigenartig scheint ebenso, dass im Cultural Centre gekaufte Souvenirs – und das sind eben solche Steine oder auch Sand garantiert kein Unglück bringen. Sind die Götter käuflich, oder?

 

Jedenfalls wurde dem Berg nach langem Ringen sein ursprünglicher Name #Uluru und gleichzeitig die Eigentumsrechte an den örtlichen Stamm der Aborigines zurückgegeben: am 26. Oktober 1985.

 

Mehr zum Uluru zum Beispiel hier: